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Hosaeus, Hermann (1875-1958),Medaille zur Goldspende im ersten Weltkrieg,

[ Detail ]

Hosaeus, Hermann (1875-1958)

Gold gab ich für Eisen
Medaille zur Goldspende im ersten Weltkrieg

Medaille "Gold gab ich zur Wehr Eisen nahm ich zur Ehr" von dem Medailleur Kurt Hosaeus aus dem Jahre 1916. Unter dem Motto "Gold gab ich für Eisen" (anknüpfend an den Befreiungskrieg gegen Napoleon 1813) spendeten Bürgerinnen und Bürger im Ersten Weltkrieg Schmuck oder verkauften ihr privates Gold gegen Papiergeld, das bald wertlos wurde, an die Reichsbank, um die Kriegführung zu unterstützen. Sie verzichteten auf materiellen Besitzwert zugunsten eines ideellen Wertes im Sinne der damals herrschenden Wertvorstellungen: für die Fortführung des blutigen Krieges mit dem Ziel der nationalen Größe Deutschlands.

„Gold gab ich für Eisen“
Wenn man heute einen Menschen nach der Schmuckkunst im 1. Weltkrieg befragt, wird er mit Sicherheit als erstes von der Aktion „Gold gab ich für Eisen“ sprechen, vielleicht noch von Trauerschmuck. Tatsächlich dominierten diese sehr ernsten Schmuckgattungen zunächst in starkem Umfang über das sonstige Schmuckschaffen. Beginnen wir in unserer Betrachtung mit dem, was in diesen Jahren wirklich neu war, einer Schmuckgattung, die in nahezu einmaliger Absurdität dadurch entstand, dass sie sich selber vernichtete. Es ist bekannt, dass die Aktion „Gold gab ich für Eisen“ keine Erfindung aus der Zeit des Weltkrieges war, sondern zurückgeht auf die gleichnamige Aktion in Preußen im Jahr 1813. Während der preußische filigrane Eisenschmuck bis zu diesem Jahr vorwiegend als Trauerschmuck Verwendung fand, kam es 1813 von Seiten des Preußischen Königshauses zur Gründung des „Frauenverein zum Wohl des Vaterlandes“, in dessen Programm zur Abgabe wertvoller Dinge, u.a. Schmuck aufgefordert wurde7. Als Dank erhielten die Spenderinnen Berliner oder Gleiwitzer Eisenguß-Broschen oder –Ringe mit der mitgegossenen Aufschrift „Gold gab ich für Eisen“8. Zur Deckung der ungeheueren Rüstungskosten im 1. Weltkrieg besann man sich auf das Vorbild aus der Zeit des Vaterländischen Krieges und vergaß schnell, dass dieser Krieg tatsächlich die letzte Möglichkeit gebildet hatte, in einem gemeinsamen Kraftakt einen Usurpator Napoleon zu vertreiben. Anders der politische Ausgangspunkt 1914, dennoch war zu diesem Zeitpunkt in vielen Kreisen der Bevölkerung die Kriegsbegeisterung von einer derartigen, heute nicht mehr nachvollziehbaren, Euphorie, dass der Rückgriff auf das genau 100 Jahre zurückliegende preußische Sammelfanal überzeugte. „Gold gab ich für Eisen“ – diese Schmuckstücke gab es nun auch im Kaiserreich. Erstaunlicherweise finden sie sich heute kaum in den Schmucksammlungen der Museen, sieht man ab vom Schmuckmuseum Pforzheim, in dessen Sammlung sich eine Schenkung der Firma Theodor Fahrner befindet. Auf ihren schlichten Stücken lesen wir Prägeschriften wie „ Mein Gold dem Vaterland“ , „Gold gab ich für Eisen“ u.ä. Diese Stücke wurden als Ersatz für angelieferte Kostbarkeiten ausgegeben – noch heute erinnern sich viele jenes Ersatzschmucks oder der Uhrketten, die meist mit dem zitierten Text kombiniert waren. Häufig findet sich noch heute eine runde, gelegentlich als Brosche gefasste Medaille des Hermann Hosaeus (1875-nach 1945) mit der Verso-Aufschrift „Gold gab ich zur Wehr – Eisen nahm ich zur Ehr“ . Auf der Vorderseite reicht eine knieende, also dem Vaterland dienende Frau in antikischem Gewand ihren Schmuck, gerahmt von der Schrift „In Eiserner Zeit 1916“. Die geschwärzte Eisenmedaille wurde verliehen von der Deutschen Reichsbank als Dank für Goldspenden oder für die Zeichnung einer der insgesamt neun Kriegsanleihen.

Medal WW 1

Eisen
Iron-cast

(Nähere Erklärungen zu graphischen Techniken s. Leiste links)
(More explanations about graphic-techniques see left column))


Enstehungszeit / time of origin: 1916
Größe/size (in cm.) ca.:


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