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Radierung: Tiefdruck, wie Kupfer, die Linien werden jedoch nicht in die Platte gestochen, sondern mittels Säure geätzt. etching

Radierung

Um eine Radierung herzustellen, wird eine Metallplatte mit einer säurefesten Substanz auf Wachsbasis, dem so genannten Ätzgrund oder Deckfirnis, bestrichen. Mit einer Radiernadel zeichnet der Künstler auf die Platte, indem er in den Ätzgrund ritzt. Dann wird die Platte in ein Säurebad getaucht. Die Säure ätzt das Metall an den Stellen, die von der Radiernadel freigelegt wurden; je länger die Platte der Säure ausgesetzt wird, um so tiefer werden die Linien eingeätzt, und um so deutlicher treten sie später beim Druck hervor. Die Radierung lässt Auflagenhöhen von hundert bis zweihundert zu. Sie wird oft mit anderen Verfahren, vor allem dem Kupferstich und der Aquatinta, kombiniert. Die Säure (lateinisch aqua fortis) erzeugt den dunklen Ton (italienisch tinta) körnig strukturierter Flächen. Durch den Ätzvorgang ist Aquatinta mit der Radierung verwandt. Aquatinta-Drucke kamen im 18. Jahrhundert auf, als versucht wurde, die Wirkung von Aquarellen, lavierten Zeichnungen und Sepiapinselzeichnungen drucktechnisch wiederzugeben. Bereiche der Platte werden mit Säure behandelt, so dass statt einzelnen Linien ganze Flächen in abgestuften Tönen erscheinen. Die Flächen, die im Druck weiß bleiben sollen, werden abgedeckt. Bei der Ausführung eines Aquatinta-Druckes wird die Platte mit staubförmigem Harz (Kolophonium) bestäubt und danach erwärmt, damit die Harzkörnchen leicht anschmelzen und haften bleiben. Dann wird die Platte in eine schwache Säure getaucht, die diejenigen Stellen der Metalloberfläche anätzt, die nicht mit Harz bedeckt sind. Sollen einige Flächen des fertigen Aquatinta-Druckes dunkler als andere werden, muss die Säure an diesen Stellen etwas länger einwirken, damit diese stärker angeätzt werden und die Druckfarbe leichter haftet. Das Aquatinta-Verfahren ist nicht einfach zu kontrollieren, es wird oft in Verbindung mit den Techniken der Radierung und der Kaltnadel kombiniert. Durch die Zartheit der Struktur ist die Auflagenhöhe auf 100 begrenzt.Abzüge von hervorragender Qualität (Druckfrische und -schärfe) sind etwa 40 möglich, auch ein guter Drucker vermag selbst bei tieferer Linienätzung ca. 100 ausgewogene Abzüge von einer Platte zu nehmen.

Kaltnadelradierung

TECHNIK Durch Zeichnen mit einer Stahl- bzw Radiernadel (mit Diamant, Schmirgelstift, Nadelbüschel, Moulette etc.) direkt (also ohne Deckgrund und Ätzung) auf die blanke Platte (aus Kupfer, Zink, Alu, Messing, Kunststoff) wird die Oberfläche aufgerissen. Zu beiden Seiten der Rillen, (je nach Haltung der Nadel mehr oder weniger), stellt sich das verdrängte Materiel auf und bildet einen scharfen Grat ( Der beim Kupferstich als Span entfernt wird). Dieser feine Grat neben der eigentlichen Linie nimmt zusätzlich (zur Rille) Farbe an. Auf dem Abzug zeigt sich dann der Strich als erhöhte Farbablagerung, der Grat als feiner Einschnitt, der zuweilen sogar weiß bleibt, und eine sich dem Grat anschließende samttonartige Verschattung, die die Farbe wiedergibt, die beim Wischen an den Außenseiten des Grates haftengeblieben ist. Wird die Platte vor der Bearbeitung mit der Nadel nicht blankpoliert, bleibt beim Abdruck ein Ton stehen, der s.g. Plattenton, welcher allerdings bei jeder Radierart möglich ist. Je mehr Abzüge gemacht werden, desto mehr wird der Grat niedergedrückt, wobei die Drucke an Frische verlieren und die dynamische Eigenart die ebend durch diesen Grat entsteht, nach und nach verloren geht. Die Bezeichnung Kalte Nadel (im Franz. und Engl. richtiger als pointe seche, dry point, also "trockenes" Verfahren bezeichnet) ergibt sich aus dem Kontrast zur Radierung, bei der sich beim Ätzen sowohl das Säurebad als auch die Platte erhitzen. Die Technik der Kaltnadel eignet sich besonders für spontane Skizzen, erfordert aber eine geübte und sichere Hand. Früheste bekannte Anwendung der Kaltnadel beim Meister des Hausbuches um 1480 (freilich in Kupferstich-Manier). Einen glanzvollen Höhepunkt erreichte diese Technik durch die Arbeiten Rembrandts. Er verwendete die Kaltnadel häufig auf der Grundlage der mehr malerischen Ätzradierung - so hat er ganze Kompositionen mit der Kaltnadel überarbeitet, was zu einer straffen dramatischen Dichte führte. Doch erst wieder im 20. Jhd. wurde in dieser Technik wieder Meisterhaftes geschaffen: Edvard Munch, Ernst Ludwig Kirchner, Max Beckmann, vor allem aber Picasso haben gezeigt, wozu die von allen Fesseln befreite Linie der Kaltnadel inhaltlich wie formal im Stande ist.
Maximal 100 Drucke in guter Qaulität möglich.

Aquarell auf radiertem Grund (Umrißradierung)

Hier sind lediglich feine Hilfslinien gestochen, über die ein Aquarell gelegt wird. Das Aquarell ist dominierend, weshalb von einem Aquarell über radiertem Grund gesprochen wird.

Clyptographie

Ein Reliefdruck von unterschiedlichen Materialien vom Künstler selbst abgezogen.